| Das
Hamburger Luftmessnetz
Hamburg ist mit seinen rund 1,7 Million Einwohnern ein Ballungsraum, in dem viele Schadstoffe durch den Verkehr, kleine und große Betriebe, Heizungen etc, ausgestoßen werden. Damit die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger dieser wachsenden Stadt nicht durch die vielen Schadstoffe beeinträchtigt wird, wird die Luftqualität der Stadt überwacht. Werden die von der Europäischen Union vorgegebenen Grenzwerte überschritten, erfolgt eine Meldung an die zuständigen Behörden. Diese entwickeln dann Maßnahmen, mit denen sie den Überschreitungen wirksam begegnen können. Es gibt im Wesentlichen drei große Quellgruppen, die zur Emission von Schadstoffen in Hamburg und Deutschland beitragen:
Die hier verursachten Schadstoffe werden durch die Luft bis zu mehreren tausend Kilometern transportiert. Während dieser Zeit werden die Schadstoffe chemisch umgewandelt oder lagern sich an Staubkörnern oder Regentropfen an. Schließlich kommen sie in abgewandelter Form beim Menschen oder den Pflanzen/Gebäuden/Gewässern an. Die Höhe der Schadstoffkonzentration in der ankommenden Luft bestimmt die Schäden, die beim Menschen oder an Pflanzen und Gebäuden auftreten können. Häufig sind die Konzentrationen so gering, dass sie zwar beim Menschen keine schädlichen Einwirkungen haben, dass sie jedoch an Gebäuden und Pflanzen, je nach Länge der Einwirkdauer, Spuren hinterlassen – siehe die Waldschadensberichte.
Um die Luftqualität effizient überwachen zu können, wurde ein rechnergesteuertes Luftmessnetz aufgebaut, dessen Hard- und Software 2002/2003 völlig neu gestaltet wurde. In den Messstationen werden die Konzentrationen aller Schadstoffkomponenten kontinuierlich gemessen und zu 10-Minutenwerten verdichtet, die stündlich an den Zentralrechner des Luftmessnetzes im Institut für Hygiene und Umwelt übermittelt werden. Nach automatischer und manueller Plausibilitätsprüfung werden sie in einer Datenbank vorgehalten und können mit verschiedenen Software-Tools ausgewertet werden. Aktuelle Stundenmittelwerte werden über Videotext, Ansagetelefon und Internet der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Außerhalb der regelmäßigen Abfragezyklen melden sich die Stationen bei Überschreitung voreingestellter Werte automatisch in der Zentrale. Bitte beachten Sie, dass die zeitnah und automatisch veröffentlichten Messdaten vorläufige Werte vorbehaltlich einer Plausibilitätsprüfung durch das Personal des Luftmessnetzes sind. Die Hintergrund-Messstationen dienen der allgemeinen Luftüberwachung. Sie erfassen die Schadstoffkomponenten Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffmonoxid (NO), Stickstoffdioxid (NO2) und Staub (Schwebstaub; PM10: Partikel kleiner als 10 Mikrometer). Einige Stationen messen außerdem Kohlenmonoxid (CO). Die Ozon-Messstationen ermitteln neben Ozon (O3) auch die NO2- und NO-Belastungen. An den Verkehrs-Messstationen werden die für den Autoverkehr typischen Schadstoffe Benzol, NO, NO2 und CO gemessen. Das Hamburger Luftmessnetz ist flexibel. Um verschiedene Straßenabschnitte zu erfassen, werden einige Verkehrs-Messstationen zuweilen umgestellt. Andere Stationen werden länger betrieben, um langjährige Trends zu verfolgen. Die Ausstattung der einzelnen Stationen entspricht den aktuellen gesetzlichen und konzeptionellen Messanforderungen. Darüber hinaus werden zur besseren Interpretationsmöglichkeit der Messdaten meteorologische Messungen durchgeführt. Diese Messungen finden an einzelnen Messstationen sowie auf dem Dach des Dienstgebäudes in der Marckmannstraße in Rothenburgsort statt. Die mobilen Schadstoffmessungen durch einen Messwagen wurden zu Beginn des Jahres 2010 beendet. Die Ergebnisse dieser Messungen finden sich jedoch weiterhin im Angebot von HaLm-Online.
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