Ergebnisse für das Jahr 2010

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Hamburger Luft im Jahr 2010

 

Im Jahr 2010 wurde in Hamburg an vielen Stellen eine gute Luftqualität festgestellt, die jedoch durch hohe NO2-Konzentrationen an vielbefahrenen Straßen und in der Nähe von größeren NO2-Quellen beeinträchtigt wird.Hamburger Luftmessnetz - Messstation Sternschanze im Winter

Aufgrund der strengen Wintermonate Januar bis März sowie Dezember und dem teilweise sehr heißen Sommer zeigte das Jahr 2010 Besonderheiten bei der PM10- und der Ozon-Belastung. Die geltenden Grenzwerte der EU-Richtlinie bzw. der 39. BImSchV (Bundesimmissionsschutz-verordnung) wurden zwar für PM10 eingehalten, die Belastung war jedoch durch kalte Witterung und vermehrtes Heizen Anfang des Jahres deutlich höher als in den Vorjahren. Im Zeitraum Januar bis März wurden die meisten Überschreitungen der Tagesmittelwertes von 50 µg/m³ festgestellt. So traten bis Ende März bereits 23 Überschreitungen an der Habichtstraße auf. Insgesamt traten 2010 in der Habichtstraße 26 Überschreitungen von 50 µg/m³ auf; erlaubt sind 35 Überschreitungen pro Jahr. Alle anderen Stationen zeigten eine niedrigere Anzahl an Überschreitungstagen.

Im Sommer wurde an mehreren Tagen der Ozon-Informationswert von 180 µg/m³ als Stundenmittelwert überschritten. Beim Überschreiten dieses Wertes muss die Bevölkerung informiert werden. Die Ozonbildung hängt von der Stärke der Sonneneinstrahlung, der Höhe der Lufttemperaturen und der Schadstoffvorbelastung (z. B. NO, NO2 und Kohlenwasserstoffe) der Luft ab. Ein weiteres Maß für die Ozonbelastung sind die 8-Stunden-Mittelwerte. Hier liegt der Zielwert bei 120 µg/m³; er darf jedoch 25 mal im Jahr übertreten werden. Dieser Wert wurde sicher eingehalten.

Die Schadstoffkomponente mit der gravierendsten Belastung ist Stickstoffdioxid (NO2). Der verbindliche Jahresgrenzwert von 40 µg/m³ trat am 1. Januar 2010 in Kraft. Dieser Wert wurde an den vier Verkehrsmessstationen wie in den Vorjahren deutlich überschritten. Die höchste Belastung trat an der Max-Brauer-Allee mit 70 µg/m³ auf. An der Habichtstraße wurde der Kurzzeitgrenzwert von 200 µg/m³ sogar 24 mal überschritten; erlaubt sind 18 Überschreitungen im Kalenderjahr. Daher werden weitere Anstrengungen in der Luftreinhalteplanung nötig sein, um die verbindlichen Grenzwerte in absehbarer Zeit einhalten zu können. Zur Zeit wird der Luftreinhalteplan aus dem Jahr 2004 an die neuen Anforderungen angepasst. Der ab 2010 geltende Grenzwert für Benzol von 5 µg/m³ wird heute schon überall im Stadtgebiet, auch an den Verkehrsmessstellen, sicher eingehalten.

 

Das Hamburger Luftmessnetz (HaLm)

 

  • betrieb im Jahr 2010 18 Messstationen und einen Messwagen zur Überwachung der Luftqualität
  • unterscheidet zwischen städtischen Hintergrund-, Ozon-,Verkehr- und Sonder-Messstationen
  • misst kontinuierlich gemäß EU-Richtlinien und dem Bundes-Immissionsschutzgesetz sowie den dazugehörigen Verordnungen


Die Hintergrund-Messstationen dienen der allgemeinen Luftüberwachung in Hamburg. Sie erfassen die Schadstoffkomponenten Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffmonoxid (NO), Stickstoffdioxid (NO2) und Schwebstaub (Feinstaub/PM10: Partikel kleiner als 10 Mikrometer). Einige Stationen messen außerdem Kohlenmonoxid (CO) oder PM2,5 (Feinstaub: Partikel kleiner als 2,5 Mikrometer). Zu den Hintergrundmessstationen gehören die Stationen Billbrook, Billstedt, Heimfeld, Sternschanze, Veddel und Wilhelmsburg. Auch die Sonder-Messstationen Flughafen- Nord, Finkenwerder Airbus und Finkenwerder West stellen im gewissen Maße die Hintergrundbelastung in ihrem speziellen Umfeld und für spezielle Komponenten dar.

Die Ozon-Messstationen ermitteln neben Ozon (O3) auch die NO2- und NO-Belastungen.

An den Verkehrs-Messstationen werden die für den Autoverkehr typischen Schadstoffe Benzol, NO, NO2, CO und teilweise PM10 oder PM2,5 gemessen.

Die Sonder-Messstationen wurden in Zusammenhang mit Planfeststellungsverfahren, Bauvorhaben oder auf Grund von spezifischen Aufträgen eingerichtet.

Von Mai 2009 bis August 2010 wurden auf der ehemaligen Deponie Georgswerder orientierende SO2-Messungen durchgeführt. In diesem Zeitraum wurde ein Jahresmittelwert von 9 µg/m³ festgestellt. Damit ist ungefähr die gleiche Größenordnung erreicht wie an der ständigen Messstation Veddel. Der Tagesmittelwert von 125 µg/m³ wurde in dem Zeitraum einmal überschritten (erlaubt sind drei Überschreitungen im Jahr), der Stundenmittelwert wurde dreimal überschritten (erlaubt sind 24 Überschreitungen im Jahr).

Hamburger Luftmessnetz - Sondermessung Georgswerder

 

Messergebnisse des Jahres 2010 (in µg/m³)

Jahresmittelwerte : JM

 

SO2

NO

NO2

O3

PM10

CO

Benzol

PM2,5

 

JM

JM

JM

JM

JM

JM

JM

JM

Grenzwert

50* - 40 - 40 - 5 -

Hintergrund- und Ozonmessstationen

Billbrook 4 11 26 - 21 - - -
Billstedt 4 14 32 - 20 - - -

Blankenese

- 4 18 48

-

-

-

-

Bramfeld

- 6 18 47

-

-

-

-

Finkenwerder Airbus

- 7 20 - - - - -
Finkenwerder West - 7 22 - 20 - - -

Flughafen-Nord

3 8 22 44 21 228 0,7 -
Heimfeld 4 11 27 - 21 - - -

Neugraben

- 4 16 49

-

-

-

-

Sternschanze

4 9 29 42 24 254 0,7 16

Tatenberg

- 4 17 44 -

-

- -

Veddel

7 21 38

-

22 -

-

16

Wilhelmsburg

4 9 30

-

22 240 0,8 15

Verkehrsmessstationen

Habichtstraße - 71 60

-

29 537 1,8 20
Kieler Straße

-

48 54

-

-

400 1,3 20

Max-Brauer-Allee

- 84 70

-

27 590 2,0 -

Stresemannstraße

- 62 66

-

24 448 1,4 -

*) = Grenzwert der TA-Luft
**) = Datenverfügbarkeit zwischen 50% und 85%


Überschreitungen (Grenzwerte GW + Toleranzmarge TM) / Maximalwerte in µg/m³

 

SO2

SO2

NO2

PM10 CO

O3

O3

 

1 Std. 24 Std. 1 Std. 24 Std. 8 Std. 8 Std. 1 Std.

erlaubte
Überschreitungen

24 3 18 35 keine 25 keine

Grenzwert

350 125 200 50 10000 120 180
Hintergrund- und Ozonmessstationen

Billbrook

- / 76 - / 21 - / 155 16 / 82 - - -
Billstedt - / 46 - / 21 - / 196 15 / 84 - - -

Blankenese

- - - / 91 -

-

18 / 201 11 / 232

Bramfeld

- - - / 131 -

-

16 / 203 12 / 225

Finkenwerder Airbus

- - - / 120 - - - -

Finkenwerder West

- - - / 126 12 / 83 - - -

Flughafen-Nord

- / 29 - / 20 - / 145 14 / 81 - / 2070 12 / 188 10 / 222
Heimfeld - / 49 - / 22 - / 121 14 / 78 - - -
Neugraben - - - / 98 - - 21 / 202 19 / 226

Sternschanze

- / 103 - / 35 - / 130 18 / 87 - / 960 13 / 192 13 / 209

Tatenberg

- - - / 122 - - 12 / 195 8 / 209

Veddel

- / 232 - / 74 - / 168 18 / 80 - - -
Wilhelmsburg - / 97 - / 21 - / 170 14 / 78 - / 1422 - -
Verkehrsmessstationen
Habichtstraße - - 24 / 263 26 / 98 - / 2663 - -
Kieler Straße

-

- 1 / 215

-

- / 1912 - -

Max-Brauer-Allee

- - 11 / 228 19 / 86 - / 2073 - -

Stresemannstraße

- - 1 / 201 20 / 89 - / 1438 - -

**) = Datenverfügbarkeit zwischen 50% und 85%

Hamburger Luftmessnetz - Messstation Finkenwerder-Airbus

 

Informationen über die Schadstoff-Konzentrationen werden veröffentlicht im

 * Videotext NDR Tafel 678
* Videotext Hamburg1 Tafeln 155/156
* Automatischer Ansagedienst Tel. 428.45.2424
* Internet www.hamburger-luft.de
 

Das Institut für Hygiene und Umwelt ist eine Einrichtung der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg. In den Bereichen Lebensmittelsicherheit und Zoonosen, Hygiene- und Infektionsmedizin sowie Umweltuntersuchungen setzen sich rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - Naturwissenschaftler, Mediziner, Veterinäre, Ingenieure, technische Mitarbeiter und Verwaltungsfachleute - täglich dafür ein, den Zustand der Umwelt zu beobachten, Gefahren für Mensch, Tier und Natur abzuwehren, die Verbraucher vor mangelhaften Produkten zu schützen und die Gesundheit der Bevölkerung zu bewahren.