Hamburger Luftmessnetz - Station Billbrook

Ergebnisse für das Jahr 1999


Hamburger Luftmessnetz: Was ist das?


Das Hamburger Luftmessnetz besteht seit 1985. Es umfasst zurzeit 17 Messstationen, die die Luftqualität in Hamburg überwachen: Standardmessstationen, Ozonmessstationen und  Straßenmessstationen. In den Standard-Messstationen werden die Schadstoffkomponenten Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffmonoxid (NO), Stickstoffdioxid (NO2) und Schwebstaub gemessen. An einigen dieser Stationen werden außerdem Kohlenmonoxid (CO) und die meteorologischen Komponenten Windrichtung, Windgeschwindigkeit, relative Feuchte, Temperatur, Globalstrahlung und Niederschlag erfasst. An den Ozon-Messstationen wird neben den vier Standardkomponenten zusätzlich die Ozon-Belastung (O3) ermittelt. An den Straßen-Messstationen werden die verkehrsrelevanten Schadstoffe Benzol, Dieselruß, NO, NO2 und CO gemessen.

Während die Standard- und Ozon-Messstationen mindestens 4 bis 5 Jahre an ihrem Standort verbleiben, um die Langzeitbelastung zu dokumentieren, werden die Straßen-Messstationen im ein- bis Messstation Bramfeld zweijährigen Rhythmus umgestellt, um möglichst viele Straßenabschnitte erfassen zu können. Allerdings gibt es sowohl unter den Standard- als auch bei den Ozon- und Straßen-Messstationen mindestens eine, die über einen längeren Messzeitraum an einem Standort verbleibt, um längerfristige Trendaussagen treffen zu können. Derzeit erfolgt eine Umstellung im Messnetz: Schwebstaubmessgeräte werden durch Messgeräte oder Messverfahren ersetzt, die nur Staubteilchen kleiner 10 Mikrometer (µm) messen. Diese Staubteilchen können die Gesundheit beeinträchtigen, da sie lungengängig sind.

Zusätzlich zu den ortsfesten Messungen rund um die Uhr werden mit einem Messwagen Messungen durchgeführt, die der flächenmäßigen Erfassung der Luftbelastung in einem Messgebiet dienen; der Abstand der einzelnen Messpunkte untereinander beträgt dabei 500 oder 1000 Meter. Außerdem führt der Messwagen orientierende Straßenmessungen durch, die für die Suche nach hoch belasteten Straßenabschnitten, an denen kontinuierliche Messstationen aufgestellt werden können, genutzt werden. Neben den ”klassischen” Schadstoffen SO2, NO, NO2 und CO werden auch Benzol, Toluol und m-Xylol erfasst.

Messwagen in Wilhelmsburg


Ergebnisse der Standard- und Ozon-Messstationen

Bei den Messwerten unterscheidet man zwischen Jahresmittelwerten (JM) und 98%-Werten: letztere sind ein Maß für die Spitzenbelastung: 98% aller gemessenen Halbstundenwerte liegen unter diesen Werten. Gemessen wird jeweils in Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (µg/m³). Die Bewertung der von uns gemessenen Werte orientiert sich an folgenden Grenzwerten der “Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft“ (TA Luft):

SO2 140 µg/m³ (JM) 400 µg/m³ (98%-Wert)
NO2 80 µg/m³ (JM) 200 µg/m³ (98%-Wert)
CO 10000 µg/m³ (JM) 30000 µg/m³ (98%-Wert)
Staub 150 µg/m³ (JM) 300 µg/m³ (98%-Wert)

Für NO gibt es keine Grenzwerte. Für O3 beziehen sich die Bewertungskriterien auf kurze Zeiträume: Bei einem Einstunden-Mittelwert von 180 µg/m³ muss beispielsweise die Bevölkerung informiert werden (Basis: EU-Richtlinie).

In der Tabelle werden die Ergebnisse der Messungen im Kalenderjahr 1999 vorgestellt. Kenngrößen sind wieder die Jahresmittel (JM) und die 98%-Werte; alle Werte werden in µg/m³ angegeben: Bei den Ozonmessungen wurde in den letzten Sommern ein Rückgang der Ozon-Maxima festgestellt. Im Jahr 1999 wurde der Informationswert der EU von 180 µg/m³ (s.o.) nicht mehr überschritten.

Das Diagramm stellt für die Stoffe Schwebstaub, SO2 und NO2 jeweils den Verlauf der Belastung für Hamburg seit 1985 dar.


Ergebnisse der Straßen-Messstationen

Bei den Straßenmessstationen wurden im Kalenderjahr 1999 Jahresmittelwerte (JM) und 98%-Werte für die Max-Brauer-Allee und die Steinstraße erfasst. In der Tabelle werden diese Messergebnisse gemeinsam mit denen der Stresemannstraße dargestellt, die als langjährige Referenzstation für Straßenmessungen gilt (alle Angaben in µg/m³):

Charakteristisch sind die teilweise erhöhten Konzentrationen von NO, NO2, Benzol und Ruß an einigen Straßenmessstationen. Für eine Bewertung können die Prüfwerte der 23. Verordnung des Bundesimmissionsschutzgesetztes (BImSchV) herangezogen werden:

NO2 160 µg/m³ (98%-Wert)
Benzol 10 µg/m³ (JM)
Ruß 8 µg/m³ (JM)

Obwohl die gemessenen Werte die Prüfwerte dieser Verordnung nicht überschreiten, muss ihre Entwicklung weiterhin überwacht werden: Denn ab dem 1. Januar 2001 treten niedrigere Grenzwerte der EU für die Jahresmittel von NO2 und Partikel in Kraft.


Messprogramm Wilhelmsburg Nord

Ergebnisse des Messwagens

In der Zeit vom 12.10.1998 bis zum 16.3.2000 wurde in Wilhelmsburg-Nord ein Messwagenprogramm durchgeführt, bei dem die Luftbelastung durch SO2, NO, NO2, CO und Benzol an 12 Messpunkten im 500-Meter-Raster flächenbezogen erfasst wurde. An jedem Messpunkt wurden insgesamt 54 Halbstundenwerte zu verschiedenen Tages- und Wochenzeiten gemessen. In den Tabellen (für SO2, NO, NO2, CO, O3 und für Benzol, Toluol und mp-Xylol) werden die Messergebnisse dargestellt.