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Ergebnisse der orientierenden Straßenmessung Buxtehuder Straße Untersuchungen des Luftmesswagens 10/2003 bis 12/2004 Kompletten Bericht als pdf-Datei downloaden (pdf, 1,4 MB)
1. Anlass und Messgebiet Mit dem Messfahrzeug des Instituts für Hygiene und Umwelt wurden vom Oktober 2003 bis zum Dezember 2004 Luftschadstoffmessungen im Straßenverlauf der Buxtehuder Straße in Harburg durchgeführt. Im Untersuchungsgebiet findet man eine Mischung aus ausgedehnten Wohngebieten und auch viel gewerblicher Nutzung, die Straße wird in hohem Maße auch für den Durchgangsverkehr durch Schwerlastfahrzeuge genutzt. Im Norden des Straßenzuges befinden sich der Hafen sowie Industrieanlagen. Die Luftzirkulation wird in einem Teil des Straßenzuges im Süden durch den Schwarzenberg beeinflusst.
2. Beschreibung der Messpunkt Das Messprogramm umfasste vier Messpunkte. Diese waren auf verschiedene Bereiche des Straßenzuges verteilt, wie es in der Karte aufgetragen ist. Da für Messungen mit dem Messwagen immer auch ein entsprechend großer Parkplatz für das Fahrzeug zur Verfügung stehen muss, lassen sich bei solchen Messungen nie exakte Messpunkte definieren, da oftmals Parkplätze belegt sind. Es wird dann auf den nächsten in der Umgebung liegenden Parkplatz für die Messung ausgewichen. Korrekterweise müsste man also nicht von festen Messpunkten sprechen, sondern von „Messzonen“ in einem Straßenabschnitt - trotzdem findet in diesem Bericht der Begriff Messpunkt Eingang. Die überwiegenden Standorte des Messwagens in diesem Messprogramm gehen aus der folgenden Tabelle 1 hervor: Tabelle: Standorte des Messwagens bei der orientierenden Straßenmessung Buxtehuder Straße.
Gemessen wurden im Zeitraum vom 10.10.2003 bis zum 17.12.2004 die Schadstoffe Kohlenmonoxid (CO), Ozon (O3), Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffdioxid (NO2) und Stickstoffmonoxid (NO). Außerdem wurden die organischen Komponenten Benzol (B), Toluol (T), und mp-Xylol (X) sowie über einen begrenzten Zeitraum Russ gemessen. Darüber hinaus wurden die meteorologischen Komponenten Temperatur, relative Feuchte, Windgeschwindigkeit und Windrichtung erfasst. Ausschließlich an Arbeitstagen wurde an jeweils einem einzigen Messpunkt über mehrere Stunden eine Messung durchgeführt. Außerhalb der Dienstzeiten (nachts sowie am Wochenende) fanden also keine Messungen statt. Die Möglichkeiten der Messungen wurden zum Teil stark durch die Parkplatzsituation beeinflusst, trotzdem gelang es an allen Messpunkten eine in etwa ähnliche Anzahl an ½-Stunden-Messwerten einzuholen:
Bei den einzelnen Messkomponenten kann es durch Geräteausfälle oder -fehler zu abweichenden Anzahlen kommen.
In diesen Tabellenwerden die Ergebnisse der Messungen für die anorganischen Komponenten zusammengefasst, in Tabelle 2 diejenigen für die organischen Komponenten sowie Russ. Angegeben werden die aus allen Messungen ermittelten Mittel- und Maximalwerte über den gesamten Messzeitraum für alle vier Messpunkte.
Messergebnisse aus orientierenden Messungen haben auf Grund der geringen Messzeit-Abdeckung (ca. 300 Halbstunden-Messwerte pro Messort innerhalb von 1 1/4 Jahren, d. h. von rund 22.000 theoretisch möglichen Halbstunden-Zeiträumen) den Charakter von Stichprobenmessungen; das bedeutet, dass bei den Ergebnissen eine größere Unsicherheit berücksichtigt werden muss. Als Bewertungskriterien für die Messergebnisse werden entsprechende Immissionswerte der 22. bzw. 33. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (22. BImSchV bzw. 33. BImSchV) herangezogen. Als Grenzwerte für den Jahresmittelwert werden dort genannt:
Bei CO gibt es nur einen Grenzwert für den 8-Std.-Mittelwert (10.000 µg/m³ ab 2005), der jedoch in einer orientierender Messung dieser Art wegen der kürzeren Messzeiten nicht ermittelt werden kann. Für Schwefeldioxid gibt es zwei Grenzwerte, die für kurzzeitige Exposition gelten: der Tagesmittelwert (125 µg/m³ - in diesem Messprogramm wegen kürzerer Messzeiten nicht bestimmbar) sowie ein Ein-Stunden-Mittelwert (350 µg/m³ + Toleranzmarge 2004: 30 µg/m³). Beim Stickstoffdioxid existiert in der 22. BImSchV ein Grenzwert für 1-h-Werte von 200 µg/m³ + Toleranzmarge 60 µg/m³ für 2004. Für Ozon gilt ein Wert von 180 µg/m³, bei dessen Überschreitung eine Information für die Öffentlichkeit herausgegeben werden muss. Die Überwachung dieser Kurzzeit-Werte erfolgt sinnvoller Weise jedoch grundsätzlich mit kontinuierlich arbeitenden Messstationen, da bei Stichprobenmessungen Spitzenwerte nicht systematisch, also nur durch „Zufallstreffer“, erfassbar sind.
An der stark befahrenen Straße, über die auch viel Schwerlastverkehr fließt, sind relativ hohe Stickstoffoxid-Immissionen zu erwarten. Laut Verkehrszählungen wurde im Verlauf der Buxtehuder Straße werktags ein durchschnittliches tägliches Verkehrsaufkommen von ca. 34.000 Fahrzeugen pro Tag festgestellt, mit Anteil des Schwerverkehrs von 8 Prozent. Eine Erfahrung aus den Messungen des kontinuierlichen Messnetzes zeigt, dass insbesondere eine enge, durchgängige und relativ hohe Bebauung an stark befahrenen Straßen zu hohem Messwerten bei Stickoxiden führen kann. Besonderen Einfluss auf die Belastung scheint das LKW-Aufkommen zu haben. Dies lässt sich in den Messungen an der Buxtehuder Straße wieder finden - auch, wenn die Bebauung nicht so eng ist, wie bei einigen Standorten kontinuierlich messender Straßenmessstationen. Die höchsten Mittelwerte für NO2 wurden gleichmäßig an den beiden Messpunkten 1 und 2 ermittelt, die zwar im gleichen Straßenabschnitt, allerdings auf unterschiedlichen Straßenseiten gemessen wurden. Mit Mittelwerten von jeweils 58 µg/m³ liegen beide Messpunkte in dem Bereich, den kontinuierliche Messstationen in Hamburg als Jahresmittelwert für 2004 erreichen: Habichtstraße 64 µg/m³, Max-Brauer-Allee 62 µg/m³, Stresemannstraße 56 µg/m³ und Kieler Straße 54 µg/m³. Wegen der unterschiedlichen Messmethoden (kontinuierlich zu stichprobenförmig) ist jedoch ein direkter Vergleich der Werte im Detail nicht möglich. Mit 56 µg/m³ wurde an dem Messpunkt 4 in der Nähe von Meyers Park ein für die direkte Umgebung mit der sehr breiten Straßenführung durchaus überraschend hoher Mittelwert gemessen. Der Messpunkt 3 bleibt mit 44 µg/m³ deutlich hinter den anderen Messpunkten zurück. Ein Vergleich mit absolut zeitgleich an den kontinuierlichen Messstationen Sternschanze (13ST) in der Hamburger Innenstadt sowie der Straßenstation Stresemannstraße (17SM), ebenso in der Hamburger Innenstadt gelegen, durchgeführten Messungen zeigt, dass nicht zufällige Episoden für diese hohen Mittelwerte verantwortlich sind, sondern eine allgemein hohe Belastung vorlag. Der Jahresmittelwert 2004 von 29 µg/m³ für NO2 an der Sternschanze wurde bei den zeitgleichen Messwerten dort fast exakt wieder gefunden und um maximal 10 Prozent verfehlt, es liegt also eine recht gute Repräsentativität dieser Messungen vor. Etwas weniger passend ist dies beim Vergleich der zeitgleichen Messungen in der Stresemannstraße: Das Jahresmittel 2004 von 56 µg/m³ wurde dort bei den zeitgleichen Messungen um 10 bis 30 Prozent übertroffen. Da man aber aus dem mittleren werktäglichen Konzentrationsverlauf der Stresemannstraße weiß, dass in der Zeit zwischen 8 und 15 Uhr die NO2-Konzentration im Mittel etwa 25 % höher ist als im Jahresmittel, wird auch dieser Vergleich wieder schlüssiger. Die Messungen in der Buxtehuder Straße / Stader Straße weichen um die folgenden Faktoren von den exakt zeitgleich ermittelten Werten an der Straßenmessstation Stresemannstraße (17SM) sowie der städtischen Hintergrundstation Sternschanze (13ST) ab:
Die NO2-Werte an der Buxtehuder Straße liegen also 15-30 Prozent unter denjenigen der Stresemannstraße (die zu den Messzeitpunkten wiederum um 10-30 Prozent über den Jahresmittelwerten liegen), jedoch deutlich über denen an der Sternschanze. Es erscheint wahrscheinlich, dass ein Überschreiten des Grenzwertes von 40 µg/m³ der 22. BImSchV zumindest an den Messpunkten 1, 2 und 4 gegenwärtig unvermeidlich ist. Bei den Kurzzeitwerten wurde der Spitzenwert an dem Messpunkt 4 ermittelt mit 137 µg/m³ als ½-h-Wert. Dieser Wert liegt noch deutlich unterhalb des Grenzwertes der 22. BImSchV von 200 µg/m³ für eine ganze Stunde (ab 2010 gültig). Auch die Spitzenwerte an den anderen drei Messpunkten liegen nah beieinander zwischen 123 und 130 µg/m³. Auf die grundsätzliche Problematik, mit Stichprobenmessungen tatsächliche Spitzenwerte zu ermitteln wurde schon hingewiesen - es muss speziell bei diesen Messungen jedoch erwähnt werden, dass in aller Regel in der Zeit zwischen 8:30 Uhr und 15:00 Uhr gemessen wurde und so sowohl die morgendlichen als auch die abendlichen Immissionsspitzenwerte während der Rush-Hour nicht mit erfasst werden konnten! Da unter lufthygienischen Gesichtspunkten das NO2 sicherlich als die problematischste Komponente in diesem Messprogramm anzusehen ist (PM10-Messungen können im Messwagen leider nicht durchgeführt werden), soll hier noch kurz auf eine windrichtungsabhängige Auswertung eingegangen werden (s. Abbildung 9).
Die Anzahl der einzelnen Windrichtungen an den vier Messpunkten verteilt sich wie folgt:
Insgesamt kam die Windrichtung Süd nur sehr selten vor, 70 bis 90 % der Windrichtungen entfallen auf Ost und West, was ungefähr der Straßenausrichtung entspricht (Kanalisierungseffekt). Eine erste Erkenntnis aus den aufgetragenen Daten: Offenbar ist bei Windstille an dem gesamten Straßenzug mit einem Durchschnittswert von mindestens 70 µg/m³ NO2 zu rechnen, wie an den Säulen der Grafik an der rechten Seite zu erkennen ist. An Messpunkt 1 liegen hierfür sogar Mittelwerte um 80 µg/m³ vor. Ansonsten unterscheiden sich die windrichtungsabhängigen Belastungen an den Messpunkten naturgemäß recht stark. Die Messpunkte 1 und 3 sind beide an der nördlichen Straßenseite gelegen, bekommen also bei nördlichen Winden kaum eine direkte Belastung von der Straße mit: beide haben bei den statistisch recht selten vorkommenden nördlichen Winden eine Belastung von um die 30 µg/m³ - ein normaler Wert im städtischen Gebiet. Interessanterweise findet man diesen Effekt bei den beiden am südlichen Straßenrand gelegenen Messpunkten 2 und 4 in umgekehrter Weise nicht - man könnte ja erwarten, dass an diesen Punkten bei den seltenen südlichen Winden der unmittelbare Straßeneinfluss am geringsten sei. Der Messpunkt 2 hat jedoch seine geringste Belastung bei östlichen Winden mit durchschnittlichen 50 µg/m³ (direkt südlich liegt der Schwarzenberg - inwieweit dies durch Verwirbelungen etc. einen Einfluss hierauf hat konnte nicht ermittelt werden). Am Messpunkt 4 ist die Belastung überraschenderweise bei allen Windrichtungen recht homogen hoch - am geringsten noch bei südlichen und westlichen Winden mit rund 55 µg/m³, östliche Windrichtungen (also bei Wind längs der Straße) tragen im Schnitt 58 µg/m³ zur Belastung bei. Bei nördlichen Winden, quer zur Straße, ist die Belastung an Messpunkt 4 jedoch mit 80 µg/m³ hoch, sogar höher, als bei Windstille - die im Unterschied hierzu an den anderen drei Messpunkten die jeweils höchsten Belastungen bringt. Bei der windrichtungsabhängigen Auswertung weist der Messpunkt 2 die kleinsten Unterschiede für die verschiedenen Windrichtungen auf: Bei östlichen Winden ist die Belastung bei knapp unter 50 µg/m³ am geringsten, bei westlichen Winden mit etwas über 60 µg/m³ am höchsten. Der auf der gegenüberliegenden Straßenseite angesiedelte Messpunkt 1 hat neben der geringen Belastung aus Norden sowohl bei östlichen als auch bei südlichen Winden hohe Werte um 70 µg/m³ zu erwarten, bei Westwinden immerhin noch 50 µg/m³. Der im Mittel an geringsten belastete Messpunkt drei (nördlich der Straße gelegen) hat, die Calmen ausgenommen, die höchsten Messwerte bei Winden quer zur Straße aus Süden zu erwarten: 55 µg/m³.
3.2 Stickstoffmonoxid NO Ähnlich wie beim Stickstoffdioxid verhält sich die Situation beim Stickstoffmonoxid. Vor allem durch den Straßenverkehr direkt emittiert treten an Straßen hohe Messwerte auf. Den höchsten Mittelwert in diesem Messprogramm gab es an dem Messpunkt 4. Dort wurde mit einem Mittelwert über alle Messwerte der Wert von 83 µg/m³ erzielt - ganz ähnlich, wie im Messnetz in der Habichtstraße mit 84 µg/m³ als Jahresmittel für 2004. Messpunkt 1 erreichte 77 µg/m³, der gegenüberliegende Standort 2 73 µg/m³. Der Messpunkt 3 fällt, wie beim NO2, mit 51 µg/m³ deutlich ab. Die Messwerte in der Buxtehuder Straße / Stader Straße weichen um die folgenden Faktoren ab von den zeitgleich an Stresemannstraße (17SM) und Sternschanze (13ST) ermittelten Messwerten für NO - wobei die hohen Abweichungen im Vergleich zur Sternschanze durch die erheblich größere Nähe zu den Autos als primäre Emissionsquelle zu erklären sind:
Auch hier sind die Verhältnisse im Vergleich zur Stresemannstraße ganz ähnlich wie beim NO2: An der Buxtehuder Straße sind die Messwerte 17-35 Prozent geringer. Auch hier hat die Stichprobe an der Stresemannstraße deutlich höhere Werte geliefert, als das Jahresmittel: Zwischen 46 und 90 Prozent höher war die Belastung an dem Punkt während der Messungen an der Buxtehuder Straße; nach dem mittleren werktäglichen NO-Konzentrationsverlauf der Stresemannstraße sind hier zwischen 8 und 15 Uhr auch durchschnittlich 65 % höhere Werte als im Jahresmittel zu erwarten Auffällig hier: Am Messpunkt 4, der den insgesamt höchsten Mittelwert hatte, ist die geringste Abweichung zu den Messungen in der Sternschanze zu verzeichnen. Dies ist so zu interpretieren, dass offenbar - wie der Zufall es wollte - mehrere Episoden mit erhöhten allgemeinen NO-Messwerten in den Zeitraum der Messungen an Messpunkt 4 fielen, so dass auch an der Sternschanze deutlich überdurchschnittliche Messwerte ermittelt wurden. Im Gegensatz hierzu ist die Spanne der Abweichungen der vier Messpunkte untereinander im Vergleich zur Stresemannstraße geringer.
Selbst im Vergleich zu den nach 22. BImSchV gültigen geringen Grenzwerten zum Schutz von abgelegenen Ökosystemen (die es im Sinne der 22. BImSchV in Hamburg gar nicht gibt) liegen die Messwerte an der Buxtehuder Straße noch deutlich unterhalb der Grenzen! Die Mittelwerte von 6 µg/m³ an den Messpunkten 1 und 4 sowie von 5 µg/m³ an den Messpunkten 2 und 3 bewegen sich nah an der Nachweisgrenze des eingesetzten Messgerätes. Die Messergebnisse sind als typisch für den allgemeinen Belastungsstand in Hamburgs Innenstadt anzusehen und haben keine bekannte lufthygienische Relevanz. Auch bei den Kurzzeitwerten bestätigt sich dieses erfreuliche Bild: der höchste ½-h-Wert wurde an Messpunkt 2 mit 39 µg/m³ gemessen und erreicht somit gerade mal 11 Prozent des zulässigen Grenzwertes für eine Stunde. Auffälligkeiten gab es beim SO2 keine. Beim direkten Vergleich der zeitgleichen Messwerte zu den Messungen an Stresemannstraße und Sternschanze zeigen die Ergebnisse eine tendenziell geringere Belastung durch SO2 an der Buxtehuder Straße:
4.3 Kohlenmonoxid Ebenfalls keine besonderen Auffälligkeiten ergaben die Messungen für Kohlenmonoxid CO. Sämtliche Halbstunden-Messwerte liegen sehr deutlich unterhalb des zugelassenen maximalen 8-Stunden-Mittelwert von 10.000 µg/m³. Der höchste Mittelwert wurde knapp an Messpunkt 4 mit 558 µg/m³ erreicht, gefolgt von Messpunkt 1 mit 557 µg/m³. Der Messpunkt 2 hat mit 542 µg/m³ ein ganz ähnliches Niveau, Messpunkt 3 zeigt mit 465 µg/m³ wieder ein niedrigeres Belastungsniveau. Der Spitzenwert wurde mit 1964 µg/m³ auch an Messpunkt 4 gemessen. Sowohl die Mittelwerte als auch die Spitzenwerte lassen keinerlei gesundheitliche Auswirkungen durch CO an der Buxtehuder Straße erwarten. Trotzdem soll zur besseren Vergleichbarkeit noch ein direkter Vergleich zu den zeitgleichen Messwerten in Stresemannstraße und Sternschanze gezogen werden. Die Abweichungen liegen wie folgt:
Die Abweichungen beim CO verhalten sich ganz ähnlich wie die Abweichungen beim NO2 und in der Stresemannstraße für NO Die insgesamt höhere Belastung an der Straße zum städtischen Park ist zu erwarten, die etwas geringere Belastung als in der Stresemannstraße ebenso.
4.5 Ozon Große Straßen kann man als „Ozon-Senke“ ansehen, wo durch das von Autos zunächst primär emittierte NO Ozon abgebaut wird, das sich dabei in NO2 umwandelt. Grundsätzlich gilt also: je mehr Autoverkehr und je höher die NO- bzw. NO2-Werte, um so geringer die Ozon-Immissionswerte. Genau dies lässt sich in den Messwerten an der Buxtehuder Straße wieder finden. Entgegen den anderen Komponenten ist beim Ozon der Messpunkt 3 der am höchsten belastete, mit einem Mittelwert von 26 µg/m³ über alle Messwerte. Messpunkt 2 und 4 erreichten 19 µg/m³ und Messpunkt 1 ist der mit 16 µg/m³ am geringsten mit Ozon belastete. Diese Mittelwerte liegen deutlich unter den im Messnetz im Jahr 2004 an den sechs Ozonstationen ermittelten Werten (den kleinsten gab es am Flughafen mit 35 µg/m³). Dies spiegelt den unmittelbaren Straßeneinfluss wider. Der höchste ½-h-Wert erreichte 73 µg/m³ (an Messpunkt 3) und war damit deutlich unterhalb von allen Grenz- und Richtwerten. Der Vergleich zu den zeitgleichen Werten der Sternschanze (in der Stresemannstraße wird Ozon nicht gemessen) zeigt folgende Abweichungen:
4.6 Benzol / Toluol / Xylol Während des Messprogramms wurden auch die organischen Komponenten Benzol, Toluol und mp-Xylol erfasst. Da die Hauptemittenten für diese Schadstoffe auch im Verkehr zu finden sind, sind im Vergleich zu Hintergrundmessungen wie z.B. im Sternschanzenpark höhere Werte zu erwarten - oft in ähnlichen Verhältnissen wie beim CO. Da es sich bei dem Messgerät für Benzol, Toluol und Xylol um einen recht empfindlichen automatischen Gaschromatographen handelt, kommt es bei diesen Messungen speziell im unruhigen Einsatz im Messwagen häufiger zu Ausfällen als bei den Standard-Messkomponenten. Trotzdem reicht die Anzahl der erhobenen Messwerte (an allen vier Messgebieten um die 230 Halbstunden-Messwerte) aus, um gesicherte Aussagen über die Luftbelastung zu treffen. Beim Benzol wurden die höchsten Messwerte am Messpunkt 1 gefunden, mit einem Mittelwert von 2,0 µg/m³. Der zweithöchste Wert ist gleichmäßig an den Messpunkten 2 und 4 mit 1,8 µg/m³, Messpunkt 3 lag mit 1,5 µg/m³ nur geringfügig darunter. Alle Mittelwerte liegen jedoch deutlich unterhalb des ab 2010 gültigen Grenzwertes von 5,0 µg/m³. Nur ganz vereinzelte Halbstundenwerte wurden ermittelt, die oberhalb dieses als Jahresdurchschnitt gültigen Grenzwertes lagen. Der Vergleich zu den zeitgleichen Werten in Stresemannstraße und Sternschanze zeigt folgende Abweichungen:
Beim Toluol liegen die Verhältnisse ganz ähnlich: Der höchste Wert stammt vom Messpunkt 1 mit 8,2 µg/m³, es folgen nahezu gleichauf die Messpunkte 2 (7,3 µg/m³) und 4 (7,2 µg/m³), nicht deutlich geringer ist der Messpunkt 3 mit 6,9 µg/m³ belastet. Interessant ist die Beobachtung, dass, im Gegensatz zum Benzol, diese Werte im allgemeinen höher liegen als die Jahresmittel an den Straßenmessstationen Kieler Straße und Stresemannstraße, wenn auch geringer als in der Max-Brauer-Allee und in der Habichtstraße. Auch die Abweichungen zur Sternschanze sind deutlich höher, als beim Benzol. Der Vergleich zur Straßenmessung Stresemannstraße zeigt nicht die bei anderen Komponenten „üblichen“ ca. 20-30 Prozent niedrigere Werte, sondern geringfügig höhere Werte:
Dies deutet darauf hin, dass es wahrscheinlich zusätzliche Quellen zum Straßenverkehr gibt. Ein ähnlicher Effekt war schon bei einem vorangegangenen rasterförmigen Messprogramm in Harburg-Seehafen im Jahre 2000/01 erkannt worden, wo zwei einzelne Messpunkte deutlich höhere Werte als die Umgebung zeigten. Beim Xylol konnten mit dem Gaschromatographen im Messwagen nur die beiden Isomeren meta(m)- bzw. para(p)-Xylol gemeinsam ermittelt werden, anders als im Messnetz, wo lediglich m-Xylol gemessen wird. Von daher ist kein direkter Vergleich der Xylol-Messungen möglich. Beim Messprogramm in der Buxtehuder Straße bestätigten sich für Xylol die Verhältnisse der anderen Kohlenwasserstoffe weitgehend: der höchste Mittelwert an Messpunkt 1 mit 4,5 µg/m³, gefolgt von Messpunkt 2 mit 4,1 µg/m³. Der Messpunkt 4 hat hier deutlicher niedrigere Werte mit 3,4 µg/m³ und liegt nur geringfügig höher als Messpunkt 3 mit 3,0 µg/m³.
4.7 Russ Für Russ sind Dieselfahrzeuge die Hauptemissionsquelle, wobei vor allem der Schwerlastverkehr eine herausragende Rolle spielt. Für dieses Messprogramm konnte für ca. ein halbes Jahr zu Beginn des Messprogramms (also über die Winterperiode) ein Russ-Gerät in dem Messfahrzeug betrieben werden. Pro Messpunkt liegen ca. 100 Halbstunden-Messwerte vor - also deutlich weniger, als von den anderen Komponenten. Ebenso muss bei den Ergebnissen bedacht werden, dass das Sommerhalbjahr mit niedrigeren Messwerten fehlt, so, dass die ermittelten Werte nicht als repräsentativ für ein Jahr angesehen werden können! Trotzdem geben sie sicherlich eine Tendenz an. An den vier Messpunkten verteilt sich die Belastung ähnlich wie bei den meisten anderen Komponenten: Messpunkt 1 ist mit einem Durchschnittswert von 7,5 µg/m³ wieder mal am höchsten belastet, gefolgt von Messpunkt 4 mit 6,3 µg/m³. Messpunkt 2 erreichte 5,5 µg/m³, wohingegen an dem allgemein am geringsten belasteten Messpunkt 3 mit 3,8 µg/m³ nur gerade einmal die Hälfte der höchsten Belastung an Messpunkt 1 erreicht wurde (eine Streuung, wie bei keiner anderen Messkomponente). Inwieweit aus der Russ-Belastung auf die Belastung durch PM10 geschlossen werden kann, ist unklar, da Russ nur einen Teil der gesamten PM10-Belastung ausmacht. Leider ist der Betrieb eines PM10-Messgerätes an Bord eines Messwagens technisch nicht möglich.
5. Angaben zur Datenqualität (Repräsentativität) Wie gut beschreiben die Messergebnisse der Stichprobenmessung die tatsächliche Belastung? Zur Prüfung der Qualität der Stichprobe von jeweils rund 280 Halbstunden-Messungen pro Messpunkt innerhalb von 1 1/4 Jahren wurden die Daten der Messstation Sternschanze herangezogen. Die Messstation liegt zwar ca. 10 km von den Messpunkten des Messgebietes entfernt, soll jedoch die allgemeine innerstädtische Belastung Hamburgs repräsentieren und ermittelt die Luftbelastung rund um die Uhr. Aus diesem zeitlich nahezu lückenlosen Gesamtdatenbestand der Messstation wurden nun ebenfalls Stichproben entnommen und zwar jeweils die zu den insgesamt knapp 1200 Messterminen aller Messpunkte zeitgleichen Werte. Bei 4 Messpunkten mit unterschiedlichen Messterminen erhält man somit insgesamt 4 unterschiedliche Stichproben aus dem Gesamtdatenbestand der Messstation. Die aus diesen Stichproben berechneten Mittelwerte für die einzelnen Schadstoffe lassen sich nun jeweils mit dem Mittelwert aus allen Messwerten der Messstation über das Jahr 2004 vergleichen. Durch diesen Vergleich wurde noch einmal der Sachverhalt bestätigt, dass die Mittelwerte aus Stichprobenmessungen des Messwagens teilweise ein wenig höher ausfallen können als Mittelwerte aus kontinuierlichen Messungen. Wie schon zuvor erwähnt liegt dies vor allem daran, dass die Messungen des Messwagens nur tagsüber und an Werktagen stattfinden, während kontinuierliche Messungen auch die bei einigen (gerade durch den Verkehr verursachten) Stoffen geringer belasteten Nacht- und Wochenendzeiten umfassen. Im Vergleich von Stichproben und Gesamtdaten für 2004 der Station Sternschanze lagen die NO2-Mittelwerte aus Stichproben rund 5 % höher als der Mittelwert aus allen Daten des Jahres 2004, beim direkt emittierten NO betrug die Differenz sogar 76 %. Ebenso lagen die Mittelwerte aus den Stichproben beim Toluol um 9 % höher als die Gesamtdaten. Keine wirklich einheitliche Tendenz gibt es demgegenüber bei CO (+1 %) und Benzol (-2 %), wohingegen beim Ozon (-8 %) und SO2 (-7 %) die Daten bei den Stichproben signifikant niedriger waren als die Ge-samtmittelwerte 2004. Insgesamt lässt sich jedoch feststellen, dass Messdaten aus diesen Stichprobenmessungen, mit Ausnahme der Komponente NO, sich im Bereich von +10 % bis - 10 % um die in Dauermessungen ermittelten Langzeitmittelwerte bewegen und somit bei einer hier vorliegenden recht hohen Anzahl an Stichprobenmesswerte diese wirklichen Verhältnissen offenbar gut abbilden. Zieht man zum Vergleich die Daten einer Straßenmessstation wie Stresemannstraße hinzu, dann ergibt sich gerade bei den besonders verkehrsrelevanten Stickoxiden eine naturgemäß schlechtere Repräsentativität: In der üblichen Messzeit des Messwagens zwischen 8 und 15 Uhr an Werktagen ist die Stickoxidbelastung an einer Straßenmessstation deutlich höher als im Jahresdurchschnitt, nämlich ca. 25 % bei NO2 und sogar etwa 65 % beim NO. Insofern ist auch zu erwarten, dass die zu den Messterminen des Messwagens zeitgleichen Stichproben sich deutlich vom Jahresmittelwert unterscheiden. Das heißt im Umkehrschluss natürlich auch, je stärker ein Messpunkt des Messwagens den Charakter einer Verkehrsmessstation hat, umso stärker wird das Messwagenergebnis bei den Stickoxiden die tatsächliche Durchschnittsbelastung überschätzen.
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