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Stichproben-Messprogramm Hafencity
In der Zeit vom 15.5.2000 bis 14.11.2001 wurden mit dem Messfahrzeug der Behörde
für Umwelt und Gesundheit Luftschadstoffmessungen im Hafengebiet
Hamburg-Altstadt im Bereich der geplanten „Hafencity“ durchgeführt. Das
Messgebiet zeichnet sich in erster Linie durch zahlreiche Gewerbe treibende
Betriebe mit einem erheblichen Anteil Schwerlast- aber auch PKW-Verkehr aus.
Angrenzend an das Messgebiet gibt es Wohnbebauung und Hafengebiete mit
entsprechendem Schiffsverkehr.
Es wurde ein kleinräumiges Messprogramm mit vier Messpunkten durchgeführt.
Leider ließen sich diese vier Messpunkte aufgrund der lokalen Begebenheiten
nicht annähernd in quadratischer Form anordnen (s. Lageskizze der Messpunkte), so dass die
Messpunkte 2, 3 und 4 nahezu auf einer Linie in 500 m Abstand liegen, der
Messpunkt 1 liegt ca. 500 m nördlich dieser Linie. Obwohl durch diese Messpunkte
keine quadratische Messfläche beschrieben wird, wird das gesamte Messgebiet doch
als eine Messfläche betrachtet. Zu finden ist auch eine Tabelle mit etwas genaueren
Messpunktbeschreibungen.
Gemessen wurden in dem genannten Zeitraum die Schadstoffe Kohlenmonoxid CO, Ozon
O3, Schwefeldioxid SO2, Stickstoffdioxid NO2, Stickstoffmonoxid NO, Benzol,
Toluol und mp-Xylol. Darüber hinaus wurden die meteorologischen Komponenten
Temperatur, Relative Feuchte, Windgeschwindigkeit und Windrichtung ermittelt.
Leider kam es während der Messungen zu erheblichen technischen Problemen, so
dass es immer wieder zu Geräteausfällen kam. Betroffen waren davon vor allem
Messungen der organischen Komponenten Benzol, Toluol und Xylol (BTX) sowie die
Messung des Ozons. Ebenso gab es bei der Ermittlung der Windrichtung und -geschwindigkeit
zeitweilig langwierige Geräteausfälle. Jeder Messpunkt wurde im Rahmen des
gesamten Messprogramms 58mal für jeweils eine halbe Stunde angefahren. Von den
Komponenten Benzol, Toluol und mp-Xylol liegen pro Messpunkt jeweils 36-39
Halbstundenwerte vor, beim Ozon sind dies 48 oder 49, bei der Messung des Windes
41 bis 44 Werte. Es liegen bedauerlicherweise zum Teil also unvollständige
Messreihen vor.
Tabelle:
Standorte des Messwagens beim Messprogramm Hafencity
Die Messergebnisse sind zu finden in zwei Tabellen: eine Tabelle
für SO2, NO, NO2, CO, O3 sowie eine Tabelle
für Benzol, Toluol und mp-Xylol. In beiden Tabellen sind jeweils
enthalten die zusammengefassten Daten für die Messfläche, für die einzelnen
Messpunkte (dort ist aufgrund der geringen Anzahl der Messdaten die Angabe von
98 %-Werten nicht sinnvoll) sowie für die Vergleichsstationen (s.u.).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Luftbelastung in der Hafencity etwas
über dem Niveau des großräumigen Innenstadtbereiches Hamburgs liegt, jedoch alle
gültigen Grenzwerte einhält.
Für die gesamte Fläche des Messgebietes werden die Grenzwerte der Technischen
Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft) in der Fassung von 1986, bei
Stichprobenmessungen gültig allein für Flächenauswertungen und nicht für
einzelne Messpunkte, zum Vergleich herangezogen. Die in der TA-Luft genannten
Grenzwerte werden deutlich unterschritten, am nächsten kommt dem Grenzwert noch
der Mittelwert von NO2 mit 38 µg/m³, womit der Grenzwert von 80 µg/m³ zu 47
Prozent ausgeschöpft wird. Ebenso bleibt der Prüfwert der 23. Verordnung zum
BundesImmissionsSchutzGesetz (NO2-98-%-Wert von 160 µg/m³) mit erzielten 74
µg/m³ deutlich unterschritten.
Die als Richtwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit anzusehenden MIK-Werte
des Vereins Deutscher Ingenieure VDI (Maximale Immissions-Konzentrationen für
zumeist kurzzeitige Belastungen) wurden für die Komponente Ozon an einem Tag
überschritten (am 21.6.2000 wurde um 13:00 Uhr am Messpunkt 1 der Wert von 140
µg/m³ ermittelt) – wobei zu berücksichtigen ist, dass die meisten Messungen des
Messprogramms gegen 14:00 Uhr beendet sind, dem Zeitraum, wo im Sommer noch mit
ansteigenden Messwerten zu rechnen ist. Bei anderen Komponenten gab es keine
Überschreitungen. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass ein auf
Stichproben basierendes Messprogramm Spitzenwerte nie systematisch erfassen
kann.
Die Grenzwerte der Europäischen Gemeinschaft (herangezogen werden hierfür die
Mittelwerte an den einzelnen Messpunkten) werden weitestgehend eingehalten,
sofern sie dem Schutz der menschlichen Gesundheit dienen. Lediglich am Messpunkt
4 wird der Grenzwert von NO2 mit 41 µg/m³ überschritten, jedoch bleibt dies
aufgrund der von der EU eingeräumten Toleranzmarge für die Übergangszeiträume
bis 2010 ohne Belang.
Zur Information sei noch angeführt, dass der für den Schutz der Vegetation
eingeführte Grenzwert für Stickoxide NOx (Grenzwert liegt bei 30 µg/m³) an allen
vier Messpunkten deutlich überschritten wird, der höchste Wert am Messpunkt 4
beträgt 101 µg/m³, der niedrigste am Messpunkt 2 immerhin auch noch 76 µg/m³.
Der Grenzwert für SO2 im Winterhalbjahr (20 µg/m³ für den Schutz von
Ökosystemen) bleibt auch mit dem Höchstwert von 17 µg/m³ an Messpunkt 2
eingehalten, wenn auch knapp.
Auffällig ist die insgesamt recht homogene Verteilung der Luftschadstoffe in dem
genannten Gebiet während der Messperiode. Die Mittelwerte für SO2 schwanken für
die einzelnen Messpunkte zwischen 13 und 15 µg/m³, diejenigen für NO2 zwischen
35 und 41 µg/m³ und für CO bei sehr niedrigem Niveau zwischen 378 und 449 µg/m³.
Auch die Spannen der Mittelwerte für NO (27 bis 39 µg/m³) und für O3 (23 bis 33
µg/m³) sind gering. Für die Komponenten Benzol (0,8 bis 1,0 µg/m³), Toluol (2,2
bis 3,4 µg/m³) und mp-Xylol (1,2 bis 1,8 µg/m³) bestätigt sich das selbe.
Um die mit dem Messfahrzeug erhobenen Ergebnisse noch etwas genauer einordnen zu
können, wurden die im Messwagenprogramm erzielten Messwerte mit den genau
zeitgleichen Werten von stationären Messstationen (Innenstadtstation
Sternschanze 13ST und im Gewerbegebiet liegende Station Billbrook 21BI)
verglichen (also mit Werten, die dort zu den exakt gleichen Messzeitpunkten
erfasst wurden). Hierdurch lassen sich die Messungen etwas besser einordnen, da
man grundsätzlich davon ausgehen kann, dass an allen Stationen in etwa gleiche
meteorologische Bedingungen sowie ähnliche Vorbelastungen der Luft gegeben sind.
Für die Komponenten Benzol und Toluol wird die Messstation auf dem
Flughafengelände (24FL) zum Vergleich herangezogen, da dies die einzige
großflächig repräsentative Station mit Erfassung der Komponenten Benzol und
Toluol ist.
Es zeigt sich, dass die Belastung für das gesamte Gebiet der Hafencity insgesamt
etwas höher ist als an der Sternschanze, und ebenso wurden zumeist höhere Werte
als in Billbrook erzielt. Der Vergleich zur Sternschanze zeigt für die einzelnen
Schadstoffe folgende Unterschiede: SO2 +70%, NO +50%, NO2 +10%, CO -10%, O3 +/-
0%. Für den Vergleich mit Billbrook ergaben sich die folgenden Zahlen: SO2 +90%,
NO +30% und NO2 +/-0%. Auffällig darüber hinaus, dass bei der
Windgeschwindigkeit deutlich höhere Werte (+30%) in der Hafencity ermittelt
wurden, als in Billbrook – was sicherlich durch die exponierte Lage an der Elbe
erklärt werden kann. Insbesondere bei dem direkt am Wasser gelegenen Messpunkt 2
fiel dies auf, dort wehte der Wind im Schnitt um immerhin 60 % stärker, als an
der Messstation Billbrook.
Die organischen Komponenten wurden mit der Station auf dem Flughafengelände
verglichen, es ergibt sich eine etwas geringere Belastung: für Benzol -15%, für
Toluol ebenso -15%.
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