Ergebnisse des Stichproben-Messprogramms Hamm

In der Zeit vom 26.5.1997 bis zum 21.8.1998 wurde an 9 Messpunkten im Abstand von ca. 500 * 500 m im nördlichen Bereich des Wohngebietes von Hamm mit dem mobilen Messwagen der Umweltbehörde ein Stichproben-Messprogramm durchgeführt. In dem genannten Zeitraum wurden für die Schadstoffe CO, SO2, NO2, NO und O3 52 Messungen pro Messpunkt durchgeführt um eine möglichst gut gesicherte Aussage über die Belastung des Gebietes treffen zu können.

Die von dem Messwagen angefahrenen Standorte gehen aus der folgenden Tabelle hervor, eine Karte mit einer Lageskizze der Messpunkte ist auch erhältlich. Zudem ist noch eine Tabelle mit detaillierteren Messpunktbeschreibungen zu finden.

Messpunkt

Standort Stadtteil

1

Richardstraße 88 Eilbek

2

Kerstenweg Eilbek

3

Jakobipark, südl. Eingang Eilbek

4

Kiebitzhof (Kehre) Eilbek

5

Ritterstraße 85 Hamm-Nord

6

Fuchsloch Hamm-Nord

7

Hinrichsenstraße 24 Borgfelde

8

Schwarze Straße (vor Turnhalle) Hamm-Nord

9

Hirtenstraße Hamm-Nord

Tabelle: Standorte des Messwagens beim Messprogramm Hamm

Die Messergebnisse weisen für Hamburg normale Belastungen auf. Die Grenzwerte der TA-Luft (gültig nur für die Flächenauswertungen, jedoch nicht für punktbezogene Stichproben) werden in keinem Fall auch nur annähernd erreicht. Am nächsten kommt diesen Werten noch die aus den Messpunkten 4,5,7,8 beschriebene Fläche 3, wo der Grenzwert für NO2 zu 51 % erreicht wurde. Für die Flächen zeigt sich insgesamt eine ausgesprochen homogene Verteilung der Schadstoffbelastung in Hamm.

Der Prüfwert der 23. Verordnung zum BundesImmissionsSchutzGesetz (NO2 als 98 %-Wert 160 µg/m³) bleibt ebenfalls deutlich unterschritten, das Maximum tritt in Fläche 4 mit 94 µg/m³ auf. Es war nur eine Überschreitung der Maximalen-Immissions-Konzentrationsempfehlungen des VDI (MIK-Werte) des Halbstundenwertes für Ozon feststellbar: Am 11.5.1998 wurde um 14:30 Uhr am Messpunkt 3 ein Wert von 134 µg/m³ O3 gemessen (MIK-Wert: 120 µg/m³). Hierbei muss jedoch noch einmal betont werden, dass es sich bei dem Messwagen-Programm lediglich um Stichprobenmessungen handelt und solche Überschreitungen nicht systematisch erfasst werden können.

Bei Betrachtung der einzelnen Messpunkte zeigt sich naturgemäß eine größere Streuung der Messergebnisse, die Spannen der Mittelwerte sind bei den einzelnen Komponenten wie folgt (in Klammern stehen die Messpunkte, an denen die höchsten Punktbelastungen auftreten): SO2 8-13 µg/m³ (1,4,8), NO 18-33 µg/m³ (1), NO2 34-43 µg/m³ (1), CO 733-974 µg/m³ (1) und O3 30-38 µg/m³ (6). Für die verkehrstypischen Schadstoffe NO, NO2 und CO wurden also übereinstimmend und erwartungsgemäß am relativ straßennah gelegenen Messpunkt 1 die höchsten Mittelwerte gemessen.

Begleitend zu dem Messprogramm wurden Vergleichsmessungen an der stationären Luftmessnetzstation 14LS Lübecker Straße durchgeführt. Leider war es jedoch nicht möglich, das Messfahrzeug in direkter Nachbarschaft zu dem Messcontainer zu parken, sondern nur in einer Nebenstraße in der Nähe. Dies hatte zur Folge, dass, bedingt durch die lokalen Einflüsse an diesem Standort (lokaler Verkehr, Parkplatzsuche etc.), eine weitergehende Auswertung der Vergleichsmessung nicht sinnvoll erscheint, da die Messwerte teilweise erheblich voreinander abweichen.

Im Vergleich zu den Ergebnissen für die gleiche Zeitspanne an den beiden in der Tabelle aufgeführten, nächstgelegenen Messnetzstationen in der Lübecker Straße und in der Sternschanze (diese wurde hinzugezogen, da dort Ozon gemessen wird und wegen eines längeren CO-Geräteausfalls in der Lübecker Straße) fällt auf, dass die Mittelwerte des Stichprobenprogramms durchgehend ein wenig höher liegen. Die Ursache mag darin begründet liegen, dass die Messungen mit dem Messfahrzeug wochentags zwischen ca. 8:00 Uhr und 17:00 Uhr durchgeführt werden und somit die niedrigere Belastung während der Nacht - insbesondere bei den durch den Straßenverkehr verursachten Schadstoffen - nicht mit in die Ergebnisse einfließt. Außerdem werden mit dem Messwagen am Wochenende keine Messungen durchgeführt, wo im allgemeinen geringere Belastungen vorherrschen. Auf der anderen Seite wird das verkehrsbedingte frühmorgendliche und oft auch abendliche, starke Ansteigen eben dieser Komponenten bei den Stichprobenmessungen auch nicht mit erfasst, was sich möglicherweise in den Maximalwerten bemerkbar macht.