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Stichproben-Messprogramm Harburg-Seehafen
Vom
15.5.2000 bis zum 7.11.2001 wurden mit dem Messfahrzeug der Behörde für
Umwelt und Gesundheit Luftschadstoffmessungen im Gebiet Harburg-Seehafen
durchgeführt. Anlass für die Untersuchung des Gebietes waren Bebauungspläne
der Behörde für Bau und Verkehr. Im Untersuchungsgebiet findet man eine
Mischung aus gewerblicher Nutzung und Wohngebieten, verbunden mit erheblichem
PKW- als auch Schwerlastverkehr. Industrieanlagen finden sich zudem in der Umgebung.
Es wurde ein kleinräumiges Messprogramm mit sechs Messpunkten durchgeführt. Hierbei
wurde versucht, einen Abstand von jeweils 500 m zu den nächsten Messpunkten
einzuhalten, was sich jedoch aufgrund lokaler Gegebenheiten nicht überall
einhalten ließ (s. Lageskizze der
Messpunkte). Zu finden ist auch eine Tabelle mit etwas genaueren
Messpunktbeschreibungen.
In dem genannten Zeitraum wurden die Schadstoffe Kohlenmonoxid (CO), Ozon
(O3), Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffdioxid (NO2), Stickstoffmonoxid
(NO), Benzol, Toluol und mp-Xylol gemessen. Darüber
hinaus wurden die meteorologischen Komponenten Temperatur, Relative
Feuchte, Windgeschwindigkeit und Windrichtung ermittelt.
Leider kam es während der Messungen zu erheblichen technischen Problemen, so
dass es immer wieder zu Geräteausfällen kam. Betroffen waren davon vor allen
Dingen die Messungen der organischen Komponenten Benzol, Toluol und Xylol (BTX).
Das Ozonmessgerät stand in diesem Messprogramm zeitweilig nicht zur Verfügung.
Darüber hinaus gab es bei der Ermittlung der Windrichtung und -geschwindigkeit
Geräteausfälle.
Jeder Messpunkt wurde im Rahmen des gesamten Messprogramms 58mal für jeweils
eine halbe Stunde angefahren. Von den Komponenten Benzol, Toluol und mp-Xylol
liegen jeweils 34-39 Halbstundenwerte pro Messpunkt vor, beim Ozon sind dies
48-50, bei der Messung des Windes 41 bis 45 Werte.
Tabelle:
Standorte des Messwagens beim Messprogramm Harburg-Seehafen.
Die Messergebnisse sind zu finden in zwei Tabellen: eine Tabelle
für SO2, NO, NO2, CO, O3 sowie eine Tabelle
für Benzol, Toluol und mp-Xylol. In beiden Tabellen sind jeweils
enthalten die zusammengefassten Daten für die beiden Messflächen sowie für die einzelnen
Messpunkte (dort ist aufgrund der geringen Anzahl der Messdaten die Angabe von
98 %-Werten nicht sinnvoll).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Luftbelastung in dem Messgebiet im nördlichen
Harburg etwa auf dem Niveau des Innenstadtbereiches von Hamburgs liegt,
dabei werden alle gültigen Grenzwerte eingehalten.
Für die gesamte Fläche des Messgebietes werden die Grenzwerte der Technischen
Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft) in der Fassung von 1986, bei
Stichprobenmessungen gültig allein für Flächenauswertungen und nicht für
einzelne Messpunkte, zum Vergleich herangezogen. Die in der TA-Luft genannten
Grenzwerte werden deutlich unterschritten, am nächsten kommt dem Grenzwert noch
der Mittelwert von NO2 mit 33 µg/m³ in der Fläche 1, womit der Grenzwert von
80 µg/m³ zu 41 Prozent ausgeschöpft wird. Auch der Prüfwert der 23.
Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (NO2-98-%-Wert von 160 µg/m³)
mit erzielten 71 µg/m³ (Fläche 2) bleibt deutlich unterschritten.
Die als Richtwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit
anzusehenden MIK-Werte des Vereins Deutscher Ingenieure VDI (Maximale
Immissions-Konzentrationen für zumeist kurzzeitige Belastungen) wurden für die
Komponente Ozon zweimal (jedoch am gleichen Tag) überschritten (am 21.6.2000
wurde um 10:00 Uhr am Messpunkt 1 der Wert von 123 µg/m³ sowie um 11:30 Uhr am
Messpunkt 3 der Wert von 139 µg/m³ ermittelt) – wobei allerdings zu berücksichtigen
ist, dass die meisten Messungen des Messprogramms gegen 14:00 Uhr beendet waren,
dem Zeitraum, wo im Sommer noch mit ansteigenden Messwerten für Ozon zu rechnen
ist. Bei anderen Komponenten gab es keine Überschreitungen. Erwähnt werden
muss in diesem Zusammenhang natürlich, dass ein auf Stichproben basierendes
Messprogramm Spitzenwerte nie systematisch erfassen kann.
Die Grenzwerte der Europäischen Gemeinschaft (herangezogen werden hierfür
die Mittelwerte an den einzelnen Messpunkten) werden weitestgehend eingehalten,
sofern sie dem Schutz der menschlichen
Gesundheit dienen. Lediglich am Messpunkt 1 wird der Grenzwert von NO2 mit
41 µg/m³ überschritten, jedoch bleibt dies aufgrund der von der EU eingeräumten
Toleranzmarge für die Übergangszeiträume bis 2010 ohne Belang.
Besonders für die durch den Autoverkehr verursachten Schadstoffe ist die
Verteilung in dem Messgebiet nicht allzu homogen. So ist, bei Betrachtung
der erzielten Mittelwerte, der verkehrsexponiert gelegene Messpunkt 1 bei den
vor allen Dingen durch den Autoverkehr verursachten Stickoxiden der am höchsten
belastete Messort (NO2 41 µg/m³, NO 44 µg/m³), der Messpunkt 6 ist mit 26 µg/m³
(NO2) bzw. 15 µg/m³ (NO) am geringsten belastet. Beim CO reicht die Spanne der
Mittelwerte von 394 bis 551 µg/m³, beim Ozon von 27 bis 35 µg/m³. Am
homogensten, und auf einem sehr geringen Niveau, ist die Verteilung des SO2
zwischen 6 und 7 µg/m³. Für die Komponenten Benzol (1,0 bis 1,8 µg/m³),
Toluol (3,8 bis 7,1 µg/m³) und mp-Xylol (1,7 bis 3,0 µg/m³) zeigen sich auch
durchaus größere Streuungen, die womöglich industriell bedingt sind.
Um die mit dem Messfahrzeug erhobenen Ergebnisse noch etwas genauer einordnen zu
können, wurden die dort erzielten Messwerte mit den exakt zeitgleichen
Werten von stationären Messstationen (nächstgelegene Station Harburg 58HA,
Innenstadtstation Sternschanze 13ST und die im Gewerbegebiet liegende Station
Billbrook 21BI) verglichen. Hierdurch lassen sich die Messungen etwas
besser einordnen, da man grundsätzlich davon ausgehen kann, dass an allen
Stationen in etwa gleiche meteorologische Bedingungen sowie ähnliche großräumige
Vorbelastungen der Luft gegeben sind. Für die Komponenten Benzol und Toluol
wird die Messstation auf dem Flughafengelände (24FL) zum Vergleich
herangezogen, da dies die einzige großflächig repräsentative Station mit
Erfassung der Komponenten Benzol und Toluol in Hamburg ist.
Es zeigt sich, dass die Belastung für das Messgebiet Harburg-Seehafen insgesamt
deutlich höher liegt, als die an der Messnetzstation Harburg
ermittelten Werte. Im Vergleich zur Sternschanze und zu Billbrook werden ähnliche
Messwerte erzielt. Der Vergleich der Messwagenmessungen mit den Ergebnissen
der als Bezug gewählten Messstation Harburg zeigt für die einzelnen
Schadstoffe folgende Unterschiede: SO2 +30%, NO +120%, NO2 +60. Die Vergleiche
mit Stationen Sternschanze bzw. Billbrook als Bezug ergeben folgendes Bild:
Sternschanze: SO2 -20%, NO +20%, NO2 +/-0%, CO +10%, O3 +/-0%. Billbrook: SO2
-10%, NO +10% und NO2 -10%. Auffällig war darüber hinaus, dass bei der
Windgeschwindigkeit im nördlichen Harburg weitaus geringere Werte (-40%) im nördlichen
Harburg ermittelt wurden, als in Billbrook – bedingt sicherlich durch die
insgesamt engere Bebauung.
Die organischen Komponenten wurden mit der Station auf dem Flughafengelände
verglichen, es ergibt sich eine höhere Belastung in Harburg: für Benzol
+30%, für Toluol +20%.
Um den Bericht in einer ausdruckfähigen Datei zu bekommen, können Sie ihn hier
als pdf-Datei laden (711 KB).
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