Ergebnisse des Stichproben – Messprogramms Swebenweg

In der Zeit vom 05.09.1994 bis zum 22.12.1995 wurde in Niendorf um den Straßenzug Swebenweg herum an 12 Messpunkten im Abstand von ca. 500 * 500 m mit dem mobilen Messfahrzeug der Umweltbehörde ein Stichproben - Messprogramm durchgeführt. In dem genannten Zeitraum wurden für die Schadstoffe CO, SO2, NO2 und NO im Durchschnitt 61 Messungen pro Messpunkt durchgeführt um eine möglichst gut gesicherte Aussage über die Belastung des Gebietes treffen zu können. Für die aufwendiger zu analysierenden, organischen Komponenten Benzol, Toluol, Ethylbenzol sowie m/p- und o - Xylol wurden in dem Zeitraum pro Messpunkt durchschnittlich 13 Analysen unternommen.

Die von dem Messwagen angefahrenen Standorte gehen aus der folgenden Tabelle  hervor, es findet sich auch eine Karte der Messpunkte. Darstellungen der insgesamt 12 Messpunkten entnehmen Sie bitte den kurzen Messpunktbeschreibungen.

Messpunkt Standort Stadtteil
1 Herulerweg / Ambronendamm Niendorf
2 Moordamm Niendorf
3 Sachsenstieg (westl.) Niendorf
4 Sachsenstieg (östl.) Niendorf
5 Hanne-Mertens-Weg Niendorf
6 Germanenweg Niendorf
7 Swebenweg / Sachsenstieg Niendorf
8 Garstedter Eck Niendorf
9 Nordalbingerweg 42-46 Niendorf
10 Sachsenweg / Pommernweg Niendorf
11 König-Heinrich-Weg 246 Niendorf
12 Rahweg 144 Niendorf

Tabelle : Standorte des Messwagens beim Messprogramm Niendorf / Swebenweg

Die Ergebnisse (Tabelle für SO2, NO, NO2, CO und Tabelle für Benzol, Toluol, Xylol, Ethylbenzol) der gut einjährigen Messkampagne weisen für das Hamburger Randgebiet keine Besonderheiten auf. Die Grenzwerte der TA-Luft (gültig für Flächenauswertung) sowie die Prüfwerte der 23. BImSchV (NO2-98%-Wert: 160 µg/m³, Benzol-Jahresmittel: 15 µg/m³, ab 01.07.1998 10 µg/m³ - gültig auch für straßennahe Punktmessungen) werden nirgendwo auch nur annähernd erreicht. Die im Vergleich mit den Grenzwerten der TA-Luft höchste Belastung trat für NO2 an der Fläche 6 auf, wo der Grenzwert für das Jahresmittel zu 39 % erreicht wurde (die sonstigen maximalen Ausschöpfungsraten der TA-Luft-Grenzwerte: SO2-Jahresmittel: Fläche 6 mit 10 %, SO2-98 %-Wert: Fläche 1 mit 15 %, NO2-98 %-Wert: Fläche 3 mit 38 %, CO-Mittelwert: Fläche 4 mit 8 %, CO-98 %-Wert: Fläche 4 mit ebenfalls 8 %).

Bei Betrachtung der einzelnen Messpunkte ragen natürlich die beiden in unmittelbarer Nähe zum Swebenweg gelegenen Messpunkte 7 und 8 heraus, die bei den verkehrsbedingten Schadstoffen deutlich höher belastet sind, als die anderen Messpunkte. Dies ist am augenfälligsten beim NO, aber auch beim NO2 deutlich ausgeprägt. Schwächer ausgeprägt, aber doch erkennbar, ist diese Tendenz ebenso beim CO und beim SO2. Auch der Messpunkt 9 erweist sich als höher belastet im Vergleich zu den anderen Messorten und liegt bei CO sogar noch deutlich über den nah am Swebenweg gelegenen Messorten 7 und 8 - was ein Hinweis auf relativ viel stehenden Verkehr in der Nähe sein kann.

Im Vergleich zu den in der gleichen Zeitspanne ermittelten Ergebnissen an der in der Tabelle 2 aufgeführten nächstgelegenen festen Messnetzstation in Lokstedt fällt die gute Vergleichbarkeit der Messergebnisse auf. Die auffälligsten Unterschiede bestehen noch beim Mittelwert für NO2, wo die Messnetzstation in Lokstedt mit 34 µg/m³ doch deutlich über den 29 µg/m³ liegt. Dies mag darin begründet sein, dass die Station Lokstedt letztlich stadtnäher gelegen ist und auch nicht all zu weit entfernt von einer Hauptverkehrsstraße. Bei den Mittel- und 98 %-Werten gibt es ansonsten eine gute Übereinstimmung. Lediglich bei den Maximalwerten sind deutliche Unterschiede feststellbar. Dies liegt jedoch auf den Hand, da bei einem Stichprobenmessprogramm wie in Niendorf niemals die während des gesamten Messzeitraumes tatsächlich auftretenden Maximalwerte erfasst werden können - im Gegensatz zur festen Messstation.

Bei den Ergebnissen für Benzol ist anzumerken, dass die angewendete Methode (Tenax, Thermodesorption, GC/FID) im Labor an Prüfgas im Vergleich zu automatischen BTX - Geräten vergleichbare Werte erbracht hat. Vergleichsmessungen in der Außenluft nach Abschluss des Messprogramms ergaben für diese Methode allerdings um 30 % höhere Ergebnisse. Mögliche Ursachen für diese Abweichungen konnten auch durch weitere Untersuchungen nicht geklärt werden. Die Labormethode ist inzwischen durch eine Methode mit massenselektiver Detektion ersetzt worden.