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Informationen zum Sommersmog
Ozon ist ein natürlicher Bestandteil der Luft. Über 90 % des Gases befindet sich als schützende Ozonschicht in der oberen Atmosphäre (in 10 bis 50 km Höhe). Sie wirkt als Filter, indem sie den schädlichen UV-Anteil der Sonneneinstrahlung zurückhält, die für das Leben notwendige Licht- und Wärmestrahlung aber durchlässt. In unserer Umgebung dagegen wirkt Ozon in erhöhten Konzentrationen (Sommersmog) als Reizgas für die Atemwege und schädigend für Pflanzen und Materialien.
Die wichtigste Wirkung von Ozon: Es reizt die Schleimhäute, die Atemwege und das Lungengewebe. Die Atmung wird behindert. Höhere Ozonkonzentrationen erzeugen Kurzatmigkeit, Schmerzen bei tiefem Einatmen und Hustenreiz. Darüber hinaus sind ein trockener Hals, Mattigkeit, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl möglich. Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Empfindlichkeit gegenüber Ozon sehr unterschiedlich sein kann. Während einzelne Personen bereits bei niedrigen Ozonkonzentrationen Beeinträchtigungen der Lungenfunktionen zeigen, machen anderen Personen offensichtlich auch höhere Ozonkonzentrationen nichts aus. Leider ist es nicht möglich, von vornherein zu sagen, welche Personen empfindlich reagieren. Es sind aber nicht zwangsläufig Personen, die bereits an Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma) leiden.
Bei den bislang in Hamburg ermittelten Ozonkonzentrationen gibt es keinen Grund, auf den Aufenthalt im Freien zu verzichten. Dies gilt auch für Kinder und Jugendliche, die bis zu einer Ozonkonzentration von 180 µg/m³ spielen und Sport treiben können, sofern ihre Anstrengungen der sommerlich heißen Witterung angepasst sind. Aus Vorsorgegründen sollten ab Ozonwerten von 180 µg/m³ allerdings sportliche Ausdauerleistungen, beispielsweise anstrengende Lauf- und Radsportarten sowie Leistungssport auf und im Wasser vermieden werden. Wandern, normales Fahrradfahren, Schaukeln, Spielen im Sandkasten usw. sind dagegen durchaus möglich. Das heißt: Gegen Aktivitäten wie Baden, Boot fahren, Spazieren gehen und andere leichte körperliche Belastungen ist auch bei Ozonwerten von mehr als 180 µg/m³ nichts einzuwenden. Bei Werten über 240 µg/m³ sollten empfindlich reagierende Personen den Aufenthalt im Freien einschränken.
Ozon kann auch an empfindlichen Pflanzen Schäden verursachen. Gegenüber Ozon reagieren z.B. Nutzpflanzen wie Hafer, Gerste, Tomate oder Bohne empfindlich, so dass in sonnigen Sommern in Mitteleuropa mit Ertragseinbußen gerechnet werden muss. Ozon und andere ähnlich wirkende Stoffe (Photooxidantien) werden darüber hinaus als Mitverursacher des Waldsterbens angesehen. Ozon ist zudem ein klimawirksames Spurengas.
Der Großteil des bodennahen Ozons entsteht durch luftchemische Reaktionen der so genannten Vorläuferstoffe bei intensiver Sonneneinstrahlung. Da die Vorläuferstoffe weiträumig vorhanden sind und sich außerdem das in den Ballungsräumen gebildete Ozon verteilt, sind hohe Ozonkonzentrationen dann auch weit entfernt von Emissionszentren zu beobachten. Die höchsten Ozon-Konzentrationen werden an sonnigen Sommertagen ab dem frühen Nachmittag erreicht. In der Nacht stoppt die Ozonbildung und vorhandenes Ozon kann durch andere Luftschadstoffe abgebaut werden.
Etwa die Hälfte der in Deutschland freigesetzten Stickoxide und ein Viertel der Kohlenwasserstoffe stammen vom Straßenverkehr. Aber auch z.B. in Kraftwerken und Industriefeuerungen werden Stickoxide erzeugt. Bei den flüchtigen Kohlenwasserstoffen ist die Lösemittelverwendung, z.B. bei Lackierungen, die bedeutendste Quelle. Die Luftqualitätsziele für Ozon werden im Sommer regelmäßig verfehlt. Eine weitere Abnahme der Verkehrsemissionen und eine Begrenzung der Emissionen aus Lösemitteln sind daher dringend erforderlich.
Jeder kann durch sein Verhalten dazu beitragen, die Freisetzung der Vorläuferstoffe zu vermindern - bei erhöhten Ozonkonzentrationen oder besser noch auf Dauer:
In Hamburg wird der Ozongehalt der Luft von sechs Stationen des Hamburger Luftmessnetzes HaLm überwacht (Bramfeld/Karlshöhe, Blankenese, Sternschanze, Tatenberg, Neugraben und Flughafen). Unter den eingangs angeführten Angeboten finden Sie jeweils die aktuellen Ozonmesswerte. Bei Ozonkonzentrationen oberhalb von 180 µg/m³ (Einstundenmittel) erfolgt darüber hinaus eine gesonderte Information der Öffentlichkeit u.a. im Rahmen von Nachrichtensendungen und bei Verkehrsmeldungen - verbunden mit Verhaltensempfehlungen für empfindliche Personen. Ab 240 µg/m³ wird eine allgemeine Warnung herausgegeben. Dieser Wert wurde in Hamburg das letzte Mal im Jahr 1990 leicht überschritten. Weitere Informationen zum Thema Ozon erhalten Sie unter den folgenden Rufnummern:
Stand: Juli 2004 |